Vergiss Entschuldigungen, gib stattdessen das Zeichen des Friedens

Ich habe das Zeichen des Friedens immer gemocht. Als Kind war es mein Lieblingsteil unserer All-School-Liturgien. Das Zeichen des Friedens bot eine Ausrede, um sich ein wenig zu bewegen — sich über Kirchenbänke zu strecken und so vielen Klassenkameraden wie möglich kräftig die Hand zu schütteln, bevor der Lehrer uns für das Lamm Gottes zügelte. Im College, als ich die tägliche Messe in der winzigen Jeanne d’Arc-Kapelle der Marquette University besuchte, war das Zeichen des Friedens eine Chance, einen Freund zu umarmen, der am nächsten Tag eine Prüfung hatte, oder eine Mitbewohnerin, deren Mutter krank war.

Erst als ich verheiratet war und mein Mann Bill und ich den großen Campingkampf hatten, begann ich, das Zeichen des Friedens in mein tägliches Leben zu integrieren.

Ich erinnere mich nicht genau, wie der große Campingkampf begann. Es war spät an einem Freitagabend, und wir sollten am nächsten Morgen früh zu einem Campingausflug aufbrechen. Bill konnte die Stangen für das Zelt nicht finden, ich hatte vergessen, Batterien für die Taschenlampen zu kaufen, und unser Kleinkind Jacob hatte wie ein hungriger Waschbärbaby in unsere Futtertasche gerissen. Überall gab es Marshmallows. Als es später kam, gingen mehr Dinge schief und Bill und ich dachten, der andere sei schuld. Wir haben beide geschrien. Ich weinte. Und als wir Jacob ins Bett brachten und anfingen, unsere Seesäcke auf das Dach des Autos zu binden, sprachen wir überhaupt nicht.

Wir packten eine Stunde lang schweigend zusammen. Ich war so aufgebracht, dass mir nichts einfiel.

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Während ich wusste, dass ich sagen sollte, dass es mir leid tut, fühlte ich, dass Bill sich zuerst entschuldigen sollte, denn während ich mich nicht perfekt benommen hatte, war er mehr im Unrecht. Je länger wir gingen, ohne zu reden, obwohl, desto größer schien die Kluft zwischen uns. Als sich meine Wut abgekühlt hatte, um mich zu entschuldigen, schienen die Worte nicht groß genug zu sein, um einen ganzen ruinierten Abend abzudecken.

„Friede sei mit euch“, sagte ich schließlich und streckte Bill die Hand entgegen. Er sah überrascht aus, aber erwiderte meinen Händedruck mit einer Umarmung.

„Frieden“, sagte er. „Es tut mir leid.“

In den Jahren seit dieser Nacht sind wir viel besser darin geworden, für Camping zu packen; Wir sind auch besser darin, die stressigeren Teile des Ehelebens zu meistern. Aber wir haben weiterhin das verwendet, was wir über das Zeichen des Friedens gelernt haben. Manchmal initiiert Bill, manchmal tue ich es, aber unabhängig davon, wer als erster die Hand ausstreckt, haben unsere Zeichen des Friedens in der Küche, im Familienzimmer und in der Garage unseren Zeichen des Friedens in der Kirche mehr Bedeutung verliehen.

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Was ich über das Zeichen des Friedens entdeckt habe, ist, dass es der anderen Person mehr bietet als eine einfache Entschuldigung. Der Friede, wie er von Christus gegeben ist, ist ein Geschenk. Ein Friedensangebot versucht nicht so sehr, wütende Worte zurückzuziehen, sondern etwas Neues und Besseres zu etablieren. Ein wirklich gegebenes Zeichen des Friedens bringt Christus in eine Situation. Während kleinere Meinungsverschiedenheiten eine schnelle Entschuldigung und ebenso schnelle Vergebung rechtfertigen, sollten größere oder verletzendere Argumente uns daran erinnern, dass wir uns zumindest vorübergehend von Gottes Liebe entfernt haben. Und wenn wir erkennen, dass wir uns von Gott getrennt haben, verstehen wir, dass wir wieder aufbauen müssen. Die ersten Worte Jesu an seine Jünger nach seiner Kreuzigung und Auferstehung waren: „Friede sei mit euch.“ Der Ausgangspunkt Jesu kann unser eigener sein.

In der Liturgie bittet das Gebet, das dem Zeichen des Friedens unmittelbar vorausgeht, Jesus, „nicht auf unsere Sünde, sondern auf den Glauben deiner Kirche zu schauen und uns den Frieden und die Einheit deines Reiches zu gewähren, in dem du für immer und ewig lebst.“

Im Wesentlichen bitten wir Jesus in diesem Gebet, über unsere Sünden hinweg zu schauen, sich auf unsere guten Teile — unseren Glauben — zu konzentrieren und uns ein Stück Himmel auf Erden zu geben. Es ist eine mutige Anfrage. Aber es ist eine Bitte, die auch Maßnahmen seitens der Gemeinde erfordert. Nach dem Gebet sagt der Vorsitzende: „Lasst uns einander das Zeichen des Friedens darbringen.“

Mit diesem Satz ist unser kühnes Gebet für den Frieden und die Einheit des Reiches Christi untrennbar mit unserem eigenen Friedensangebot verbunden.

Und so wenden wir uns an unsere Nachbarn und bieten Frieden an, weil wir glauben, dass Christus irgendwie in diesen Händedrucken und Umarmungen gegenwärtig ist. Wir bieten einander Frieden an und glauben, dass das Königreich bereits begonnen hat. Ein Königreich nicht nur aus Glasmalereien und Liederbüchern und Statuen, sondern auch aus Zelten und Stangen und verschütteten Marshmallows.

Frieden.

Dieser Artikel erscheint auch in der Juli-Ausgabe 2018 von U.S. Catholic (Vol. 83, Nr. 7, Seiten 43-44).

Bild: Unsplash via Remi Walle

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