Seloschim

SELOSCHIM (Hebr. שְׁלשִׁים; „dreißig“), Bezeichnung von 30 Tagen Trauer nach dem Tod von nahen Verwandten (Eltern, Kind, Bruder, Schwester, Ehemann, Ehefrau) ab dem Zeitpunkt der Beerdigung gezählt. Nach der Halacha müssen die Hinterbliebenen in dieser Zeit folgende * Trauerriten einhalten: (1) keine neue Kleidung (oder sogar festliche Kleidung an Sabbaten und Festen) zu tragen; (2) sich nicht zu rasieren oder einen Haarschnitt zu machen; (3) nicht an Festen teilzunehmen, einschließlich Hochzeiten, Beschneidung und Pidyon ha-ben (siehe Erlösung des Erstgeborenen), außer wenn es die Geburt seines eigenen Kindes ist; (4) nicht zu heiraten; (5) sich von Unterhaltungen zu enthalten. Es ist auch üblich, während der Sheloshim-Zeit den ständigen Sitz in der Synagoge zu wechseln. Fällt der 30. Tag auf einen Sabbat, endet die Trauerzeit vor dem Eintritt des Sabbats; Rasieren und Haareschneiden dürfen jedoch erst am Sonntag durchgeführt werden.

Die drei * Pilgerfeste und Rosch Ha-Schana bewirken, dass die Sheloshim-Periode folgendermaßen verkürzt wird: Wenn der Trauernde die Trauerriten von *Shivah mindestens eine Stunde vor Beginn des Passahfestes oder der Schawuot einhält, wird auf die Shivah verzichtet und die Einhaltung von Sheloshim auf 15 Tage nach dem Festival reduziert. Im Fall von * Sukkot muss der Trauernde die Sheloshim nur acht Tage nach dem Festival beobachten. Wenn der Trauernde mindestens eine Stunde Shivah vor dem Beginn von Rosh Ha-Shanah beobachtet, wird die Shivah aufgehoben und der Versöhnungstag annulliert die Sheloshim; Wenn er eine Stunde Trauer vor dem Versöhnungstag beobachtet, wird Shivah aufgehoben und das nachfolgende Sukkot-Festival annulliert die Sheloshim. Die kleineren Feste von Ḥanukkah und Purim verkürzen die Sheloshim nicht. Sollte jemand innerhalb von 30 Tagen nach seinem Tod (shemu’ah kerovah) vom Tod eines seiner nahen Verwandten erfahren, muss er die vollständigen Trauerriten von Shivah und Sheloshim einhalten. Wenn die Nachricht ihn jedoch mehr als 30 Tage nach dem Tod erreicht (shemu’ah reyokah), werden die Trauerriten von Shivah und Sheloshim nur eine Stunde lang eingehalten.

Bibliographie:

D. Zlotnick, Das Traktat Trauer (1966), Index s.v.30 Tage; H. Rabinowicz, Ein Leitfaden für das Leben (1964), 92-99; Verstümmeln., Yad, Evel 6-7; Sh. Ar., yd 389-403; JM Tukazinsky, Gesher ha-Ḥayyim, 1 (1960), 247-49.

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